Eine-Welt-Laden

Seit Oktober 2010 gibt es in Bad Godesberg den „Ökumenischen Eine-Welt-Laden auf dem Heiderhof“ als gemeinsame Initiative der Evangelischen Johannes-Kirchengemeinde und der katholischen Pfarrgemeinde St. Martin & Severin.

Fair handeln – fair kaufen

Wer will nicht dazu beitragen, dass unsere Welt gerechter wird, doch wie geht das? Als Konsumierende können wir durch den Kauf fair gehandelter Produkte direkt darauf Einfluss nehmen, ob im Weltmarkt benachteiligte Produzenten neue Perspektiven erhalten.

Fairer Handel beruht auf Dialog, Transparenz und Respekt. Die im Fairen Handel gezahlten Preise sichern ein ausreichendes Einkommen für Produzenten und ihre Familien. Hinzu kommen die zusätzlichen Fairtrade-Prämien, die gemeinschaftlich in Projekten vor Ort investiert werden, wie in den Bau von Schulen, Trinkwasseranlagen oder in die Sicherung der medizinischen Versorgung.

Jede/r kann täglich durch seine „Politik mit dem Einkaufskorb“ mit entscheiden, was und wie produziert wird. Dies gilt angesichts des weltweiten Handels nicht nur für Produkte aus der näheren Umgebung, sondern auch für Erzeugnisse, die auf anderen Kontinenten oft unter ungerechten Bedingungen hergestellt werden. Wer fair gehandelte Produkte bevorzugt und sich gegen den Trend stellt, alles nur so billig wie möglich zu kaufen, der wandelt sich vom Verbraucher zum ‚Fair-braucher’. Konsumentenverantwortung ist eine wichtige Aufgabe und eine Chance, Formen von sozialer und wirtschaftlicher Ungerechtigkeit zu verändern.

Die Faire Woche 2019

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Aktive des Fairen Handels,

zum 18. Mal steht vom 13. bis zum 30. September wieder der Faire Handel im Mittelpunkt – bei der bundesweiten Fairen Woche. Das diesjährige Schwerpunktthema ist die Geschlechtergerechtigkeit, orientiert am nachhaltigen Entwicklungsziel Nr. 5 der Vereinten Nationen.

Gleiche Chancen durch Fairen Handel: Obwohl Frauen den Großteil der Erwerbs- und reproduktiven Arbeit leisten, bekommen sie zumeist für die gleiche Arbeit weniger Lohn als Männer und sind seltener in Führungs-positionen vertreten. Zudem haben Frauen und Mädchen oft keinen Zugang zu Bildung, Land, Krediten oder einem eigenen Einkommen. Damit das Potenzial der Hälfte der Menschheit für eine nachhaltige Entwicklung genutzt werden kann, ist eine Gleichberechtigung der Geschlechter als grundlegendes Menschenrecht notwendig. Der Faire Handel spielt hierbei eine große Rolle – denn er hilft Frauen und Mädchen, ökonomisch unabhängiger zu werden, er bestärkt Frauen darin, ihre Rechte wahrzunehmen und er setzt sich gegen sexualisierte Gewalt und Ausbeutung ein.
Auch der Ökumenische Weltladen Heiderhof will in diesen 2 Wochen zeigen, welche Bedeutung der Faire Handel hat und warum es sinnvoll und wirksam ist, faire Produkte im Alltag zu verwenden. Dazu hat er (zusammen mit Fachleuten des Fairen Handelns, mit Gruppen der Godesberger (Kirchen-)Gemeinden und mit Schulen) ein vielfältiges Programm für Jung und Alt zusammengestellt, das auf kreative Weise und mit allen Sinnen die Anliegen des Fairen Handel(n)s erfahrbar macht und vielfältige Wege aufzeigt, wie man/ frau als kritische KonsumentInnen den Fairen Handel unterstützen kann.
Herzliche Einladung zu diesen Veranstaltungen.

Der Weltladen Heiderhof (im Heiderhof Center, 53177 Bonn) hat MO, DI, DO, FR von 16:oo – 18:oo Uhr geöffnet und bietet neben sehr vielen fairren Lebensmitteln und Kunsthandwerk auch Informationen und Bildungsmaterialien zum Fairen Handel, zu den einzelnen Produkten und ProduzentInnen sowie zu entwicklungspolitischen Aktionen und Kampagnen rund um den (fairen) Welthandel.

PDF mit den Aktionen zur Faire Woche 2019

Fair geht vor

Der Eine-Welt-Laden steht auf zwei Beinen:

1. Der Eine-Welt-Laden

Der Laden im Foyer der evangelischen Immanuelkirche auf dem Heiderhof ist dreimal in der Woche geöffnet: Am Montag, Donnerstag und Freitag jeweils von 16:00 bis 18:00 Uhr.

Dort werden regelmäßig mehr als 100 verschiedene Produkte aus dem Fairen Handel verkauft – von klassischen fairen Produkten wie Kaffee, Tee, Kakao, Zucker, Honig und Schokolade über andere Lebensmittel wie Quinoa, Orangensaft, Olivenöle, Weine und Knabbereien bis zu verschiedenem Kunsthandwerk und Büchern.

Zu vielen Produkten gibt es in Form von Informationsblättern und Ausstellungen Informationen zu Herkunft, Erzeugern und Projekten und die MitarbeiterInnen beraten über den Fairen Handel und die einzelnen Produkte.

Jeden Freitag findet bei Kaffee, Tee, Saft ein „Info-Kaffee“ mit Gesprächen, Produktinformationen und Ausstellungen statt; wir nennen das “In den Laden eingeladen”.

2. ‘fairtrade direkt’

Regelmäßige Präsenz in den einzelnen Kirchen der Johanneskirchengemeinde und der Pfarrgemeinde St. Martin und Severin nach den Sonntagsgottesdiensten und bei besonderen Anlässen und Festen, um vor Ort faire Produkte zu verkaufen und das Bewusstsein für faires Handeln und für den Fairen Handel in den Kirchengemeinden zu stärken.

Im Matthias-Claudius-Gemeindehaus und in der Kirche St. Albertus Magnus im Pennenfeld gibt es auch zwei Fairtrade-Kioske, wo regelmäßig fair gehandelte Produkte verkauft werden.

Zu besonderen Anlässen finden (zusammen mit anderen Partnern) im Laden oder außerhalb Aktionen zum Fairen Handel statt wie Konzerte, Weinproben, Lesungen, Ausstellungen, Präsentationen, Vorträge, Führungen, Verköstigungen, Spielaktionen und vieles mehr.

Außerdem unterstützt der Laden mit Rat und Tat Eine-Welt-Initiativen und -Projekte in den Gemeinden und vernetzt sich mit anderen Eine-Welt-Gruppen in Godesberg und mit dem agenda Büro Bonn im Rahmen der Aktion Fair Trade Town Bonn zu gemeinsamen Aktionen.

100% fair

Alle Tätigkeiten im Laden sind ehrenamtlich.

Der Gewinn fließt zu 100% in die Entwicklungsarbeit: Mit dem Gewinn werden Anteile an der ökumenischen Genossenschaftsbank Oikocredit gekauft, die Entwick-lungsdarlehen u. a. an Kleinprojekte, Genossenschaften und Mikrofinanzinstitute in aller Welt vergibt und so die (Aufbau-)Arbeit von Kooperativen und Kleinbauern (mit Kleinkrediten) finanziell unterstützt.

Das Fernziel ist, dass beide Kirchengemeinden sich zu „Fairen Gemeinden“ entwickeln, die sich ihrer Chance und Verantwortung als ‚Fair-braucher’ bewusst werden und nach öko-fairen Kriterien einkaufen sowie bei ihren Aktionen ökologische, fair gehandelte oder regionale Produkte verwenden und aktiv für den fairen Handel werben. So kann die Kirche als Vermittlerin von Werten wie Solidarität, Gerechtigkeit, Nächstenliebe und Menschenwürde sich spürbar und nachhaltig für mehr globale Gerechtigkeit einsetzen.

Die MitarbeiterInnen des Ladens helfen Gruppen und Institutionen, die auf faire Produkte umstellen wollen. Sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gerne!

Handeln Sie fair

Auch Sie können den Fairen Handel unterstützen, indem Sie selber fair handeln.

Setzen Sie sich für benachteiligte ProduzentInnen in den Ländern des Südens ein; kaufen Sie Handwerks- und Lebensmittelprodukte, die garantiert fair gehandelt sind.
Der Faire Handel ermöglicht und garantiert dabei u. a. folgende soziale Hilfen:

  • Faire Preise: Die Handwerker und Kleinbauern erhalten angemessene Preise für ihre Produkte. Dadurch können sie sich selbst eine solide Lebensgrundlage schaffen.
  • Keine Kinderarbeit: Indem sie angemessene Preise für ihre Produkte erhalten, können die ProduzentInnen ihr Auskommen auch ohne die Arbeit ihrer Kinder sichern und diesen den Schulbesuch ermöglichen.
  • Mehr Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen: Die ProduzentInnen können einen Teil ihres Einkommens in Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen investieren.
  • Langfristige Lieferabkommen: Die Partnerorganisationen sichern den ProduzentInnen feste Abnahmemengen zu. Dadurch haben die ProduzentInnen ein sicheres Einkommen und Planungssicherheit.
  • Direkteinkauf: Die Erlöse der fair gehandelten Waren kommen unmittelbar den ProduzentInnen vor Ort zugute. Zwischenhandel wird weitestgehend vermieden.
  • Gewinne fließen wieder zurück: Gewinne, die von den Fair-Handels-Organisationen erwirtschaftet werden, fließen unmittelbar in den Fairen Handel zurück.

Der Faire Handel ermöglicht und garantiert dabei folgenden ökologischen Standard:

Die Produkte des Fairen Handels werden umweltverträglich hergestellt und weiterverarbeitet. Ca 70% der fair gehandelten Lebensmittel haben Bio-Qualität, tragen das staatliche Bio-Siegel nach EG-Öko-Verordnung und erfüllen diese Kriterien:

  • Ökologischer Landbau: Alle Zutaten landwirtschaftlichen Ursprungs stammen zu mind. 95% aus ökologischem Landbau.
  • Einhaltung der Rechtsvorschriften: Die Einhaltung der Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau ist sichergestellt.
  • Keine Gentechnik: Der Einsatz von Gentechnik ist verboten.

Faire Einkaufs-Tipps:

  • Kaufen Sie in Weltläden ein.

  • Wählen Sie im Super- oder Biomarkt Produkte, die das Fairtrade-Siegel tragen.

  • Informieren Sie sich über die Produktionsbedingungen der Waren und erfragen Sie diese bei den Herstellern.

  • Fordern Sie Ihre Händler und Lieferanten auf, fair gehandelte Produkte ins Sortiment aufzunehmen.

  • Ändern Sie persönlich und in ihrer Kirchengemeinde das Kauf- und Konsumverhalten und benutzen Sie bei all ihren Zusammenkünften und ihren Aktionen fair gehandelte Produkte.

Unterstützen Sie den Eine-Welt-Laden

Wir freuen uns, wenn Sie den Eine-Welt-Laden über Ihren Einkauf hinaus unterstützen wollen.

Werben Sie in Ihrem Umfeld für den Fairen Handel und für den Eine-Welt-Laden, nutzen Sie die Info- und Bildungsangebote des Eine-Welt-Ladens. Werden Sie im Laden für den Fairen Handel aktiv, indem Sie:

  • (regelmäßig) 1-2 Stunden pro Woche nachmittags im Laden verkaufen und Ladenaktionen mitgestalten,
  • bei der Organisation und Durchführung von (zeitlich begrenzten) Eine-Welt-Aktionen mithelfen (z. B. Verkauf von Waren außer Haus, Durchführung von Projekten und Info-Veranstaltungen, Werbung), und/oder
  • als ExpertIn bei der Planung und der Durchführung von Aktionen beratend zur Seite stehen.

Sprechen Sie uns an, wenn Sie sich beteiligen möchten, z. B. im Eine-Welt-Laden oder nach den Gottesdiensten an den Kiosken. Oder schreiben Sie Joachim Schick eine E-Mail, er freut sich über Ihre Fragen. Sie erreichen ihn telefonisch unter

Tel. 0228 / 36 19 47.

5 Jahre Eine-Welt-Laden Heiderhof – 5 Jahre auf dem Weg zu einer fairen Gemeinde

Auch im vergangenen Jahr 2015 war der Eine-Welt-Laden auf vielfältige Weise und mit verschiedenen Gruppen und Initiativen der beiden Kirchengemeinden Johannes-Kirchengemeinde und katholische Pfarrei St. Martin und Severin in Godesberg und an den 8 Kirchtürmen aktiv und hat durch den Verkauf von fair gehandelten Produkten und durch verschiedene Projekte und Veranstaltungen den fairen Handel mit allen Sinnen erfahrbar gemacht. Eine Übersicht über die Aktionen des EWL 2015 finden sie hier.

Beide Gemeinden haben sich inzwischen per Beschluss verpflichtet, bei internen Veranstaltungen wie Kirchencafé, Festen und Feiern, für Geschenke, etc. öko-regio-fair gehandelte Produkte zu verwenden.

Zum 5-jährigen Geburtstag des Ladens erschien im General-Anzeiger Bonn ein Zeitungsartikel. Weitere Informationen und Rückfragen an joachim001schick@gmail.com.

Faire Links

Hier finden Sie weitergehende Links zum Thema Fairer Handel: